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Arbeitsphilosophie - einige Gedanken

Privatpraxis für Logopädie – Stimmbildung und Gesangsunterricht

Privatpraxis für Logopädie –
Stimmbildung und Gesangsunterricht

Symbolbild Philosophie

Mein Verständnis von effektiver Therapie

In der therapeutischen Arbeit geht es meist darum, zusammen mit dem Patienten von einer Problematik — in der Logopädie beispielsweise einer Sprach‑, Sprech‑, Stimm- oder Schluckstörung — weg und hin zur Normalität zu arbeiten. Hierbei stehen verschiedene wichtige Faktoren im Zentrum der gemeinsamen Aufmerksamkeit. Zum einen geht es darum, bestimmte sprachliche, stimmliche oder körperliche Funktionen zu erwerben, wieder zurückzugewinnen oder wenn nötig, kompensatorische Maßnahmen zu erlernen, um dann über einen kleinen Umweg dennoch die als Ziel gesteckte Tätigkeit ausführen zu können. Außerdem ist es selbstverständlich wichtig, das soziale Umfeld in die Therapie sinnvoll miteinzubeziehen.

Einbezug von Einflussfaktoren (z.B. Umwelt, Ressourcen)

Neben den oben beschriebenen Bereichen spielen in der logopädischen Therapie immer auch Umweltfaktoren eine Rolle und üben ihren Einfluss auf die Ausprägung der Symptomatik, auf den persönlichen Leidensdruck und natürlich auf den Fortschritt im Therapieprozess aus. Beispielsweise wird es für einen Jugendlichen, der stottert und deshalb in der Schule stetig gehänselt wird, eventuell schwieriger sein, sich auf bestimmte Inhalte der Therapie (z.B. das Ansprechen von Passanten in der In Vivo-Therapie) einzulassen, als für einen stotternden Jugendlichen, dessen Freunde und Mitschüler mit ihm so positiv und normal umgehen, wie mit nicht-stotternden Menschen.
Oder als Beispiel aus der Therapie neurologischer Schluckstörungen, ist es unter Umständen auch ein wichtiger Einflussfaktor, ob bei der Schlucktherapie in Bett oder Rollstuhl am jeweiligen Platz ein möglichst physiologisches Sitzen erreicht werden kann.

In den Therapieprozess bringt jeder Mensch bzw. Klient nicht nur bestimmte “Schwächen”, sondern auch seine ganz eigenen Stärken und Fähigkeiten mit ein. Diese Ressourcen beeinflussen den Therapiefortschritt maßgeblich und zeigen ein weiteres Mal, dass nicht die Störung, sondern der Mensch im Mittelpunkt einer therapeutischen Behandlung stehen sollte.

Mein Verständnis von gutem Gesangsunterricht

Meiner Meinung nach sollte der Unterricht immer von gegenseitiger Wertschätzung getragen sein. Die Arbeit an der Stimme — egal, ob es dabei um Stimmtraining, Gesangsunterricht, Stimmbildung oder Stimmtherapie geht — ist immer etwas sehr Persönliches. Selbstverständlich kommen Schüler*innen aus einer ganz anderen Ausgangssituation zum Unterricht als Patient*innen zur Stimmtherapie in der Logopädie. In den meisten Fällen ist das Ziel des Unterrichts nicht, ein Leiden zu verringern, sondern, die eigenen stimmlichen und gesangstechnischen Fähigkeiten zu verbessern. Aber auch hier geht es nicht nur darum, ein Muskelsystem zu trainieren, sondern oft auch darum, sich selbst mit der Stimme und den gewählten Songs auszudrücken. Es geht schließlich immer um einen Menschen und nicht nur um eine Stimme.