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Aussprachestörungen

Mama tann iss  auch ein Eis  ham?”
“Oh tau mal — ein Heitluptbal­lon!”
“Ich wa stern  am Pielpatz mit Oma.”

Aussprachestörungen
Aussprachestörun­gen

Das oder so etwas ähn­lich­es haben Sie von Ihrem Kind bes­timmt auch schon öfter gehört.
Das Kind im ersten Satz erset­zt kon­se­quent alle “k” durch “t” und alle “ch” durch ein gelispeltes “s”. Das was der Junge im zweit­en Satz macht, nen­nt sich Plo­sivierung. Dabei erset­zt er alle Zis­chlaute wie “s”,“sch” oder “f” durch den an der gle­ichen Stelle gebilde­ten Sprenglaut (“t”,“p”).
Im let­zten Beispiel sehen wir die Erzäh­lung eines vier­jähri­gen Mäd­chens. Dabei find­en wir sowohl ein Aus­lassen der unbe­ton­ten Silbe “ge-” in “gestern” sowie die Reduk­tion aller Kon­sonat­en-verbindun­gen — nur “P” statt “Sp” und nur “p” statt “pl”.

All das sind Beispiele für Störun­gen der Aussprache.
Wenn man es genau nimmt, gibt es hier eine ganz wichtige Unter­schei­dung:

Zum einen gibt es pho­nol­o­gis­che Störun­gen — diese betr­e­f­fen das Sprach­sys­tem des Kindes. Dabei muss der kleine Peter beispiel­sweise ler­nen, wie man ver­schiedene Laute/Buchstaben von einan­der unter­schei­det und dass es einen deut­lichen Unter­schied macht, ob ich z.B. Tanne oder Kanne sage. Er muss auch ler­nen selb­st zu merken, wann er einen falschen Laut benutzt und sein Sprach­sys­tem mit dem Ther­a­peuten spielerisch Stück für Stück kor­rigieren, sodass er immer sel­tener und wenn möglich nach einiger Zeit gar keine Laute mehr ver­tauscht.

Zum anderen gibt es phonetis­che Störun­gen — diese wer­den auch als Artiku­la­tion­sstörun­gen oder Dys­lalie beze­ich­net. Gemeint sind hier beispiel­sweise ein Lispeln, Schwierigkeit­en bei der Bil­dung des “sch”-Lautes oder Prob­leme beim der Pro­duk­tion des “R”-Lautes.
Sie merken schon — hier geht es weniger bzw. fast gar nicht um das Sprach­sys­tem, son­dern vielmehr um das Sprechen und um Störun­gen in der Bil­dung bes­timmter “Buch­staben”.
Hier kann es für die kleine Lara zum Beispiel wichtig sein, ihre Wahrnehmung im Bere­ich der Sprech­musku­latur zu verbessern, evtl. die Muskeln auch zu kräfti­gen und spielerisch zu ler­nen, welchen Teil davon man braucht, um den jew­eili­gen Laut richtig zu bilden.

Natür­lich kön­nen bei einem Kind auch gle­ichzeit­ig phonetis­che und pho­nol­o­gis­che Auf­fäl­ligkeit­en auftreten oder bei ein und dem­sel­ben Laut sich bei­de Symp­to­matiken mis­chen.

Wichtig ist es mir vor allem, dass die Kinder mit Spaß ler­nen, wie das mit der richti­gen Aussprache funk­tion­iert und nicht das Gefühl haben, sie machen etwas falsch.